Unterwäsche aus dem Spätmittelalter
Neben der oben erwähnten Einhandflöte konnten auch zahlreiche Reste von mittelalterlichen Textilien und gut erhaltene Schuhe aus der Zwickelfüllung geborgen werden. Ein ganz besonderer Fund waren aber die spätmittelalterliche „Unterhose“ und die vier "BHs" . Mittels 14C-Datierung konnte nachgewiesen werden, dass diese Unterhose und die BHs „irgendwann um, beziehungsweise nach 1440 in Gebrauch und dann bei den Baumaßnahmen am Schloss als Abfall im Gewölbezwickel entsorgt worden sind.“[1]
Bisher gab es keine Beweise für die Existenz von solchen BHs mit deutlich sichtbaren Körbchen vor dem 19. Jahrhundert. "Mittelalterliche schriftliche Quellen äußern sich eher vage über das Thema, manchmal werden, ´Taschen für die Brüste` oder ´Hemden mit Sacken` erwähnt", erklärt die zuständige Archäologin Beatrix Nutz.
Die spätmittelalterliche Unterhose und BHs stellen für die Bekleidungsgeschichte somit eine bis dato nicht vorhandene Wissensquelle dar. U.a. „ermöglicht es nun den Archäologen die genaue Machart, den Schnitt, die verwendeten Nahttechniken und Materialien zu untersuchen und so Details zu entdecken, die man auf Bildern nicht erkennen kann.“[2]
Sicher ist, es handelt sich hierbei um einzigartige Funde, die "Weltgeschichte schreiben". Nähere Informationen finden sie hier.
Anmerkungen:
[1] Beatrix Nutz: Die Unaussprechlichen, in: Harpfe. Zeitung für Landeskunde (Heft 2, 2010), S. 31
[2] Ebd.